Wissenschaftlerin am Schreibtisch liest ihren akademischen Lebenslauf, im Hintergrund Bücherregale einer Universitätsbibliothek

Akademischer Lebenslauf: Aufbau, Inhalte und Beispiel

Der akademische Lebenslauf, oft auch wissenschaftlicher Lebenslauf oder akademischer CV genannt, folgt anderen Regeln als der Lebenslauf für die freie Wirtschaft. Er ist länger, er verzichtet in der Regel auf das Foto, und er wird nicht nach Berufsstationen gelesen, sondern nach wissenschaftlicher Leistung: Publikationen, Lehre, Drittmittel, Vorträge. Wie Sie ihn aufbauen, welche Abschnitte erwartet werden und wie das fertige Dokument aussieht, zeigen wir hier Schritt für Schritt.

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Inhaltsverzeichnis
  1. Was ist ein akademischer Lebenslauf?
  2. Akademischer oder klassischer Lebenslauf: Was Sie wann brauchen
  3. Aufbau: Diese Abschnitte gehören hinein
  4. Publikationen im Lebenslauf richtig angeben
  5. Lehre, Vorträge und Drittmittel: die drei unterschätzten Abschnitte
  6. Formales: Länge, Foto und Reihenfolge
  7. Beispiel: Akademischer Lebenslauf
  8. Aus der Wissenschaft in die Wirtschaft: den CV umbauen
  9. Häufige Fehler im akademischen Lebenslauf
  10. Fazit

Das Wichtigste in Kürze

  • Der akademische Lebenslauf ist länger als zwei Seiten und darf es sein. Entscheidend ist Vollständigkeit der wissenschaftlichen Leistung, nicht Kürze.
  • Vier Abschnitte machen den Unterschied zum normalen Lebenslauf: Publikationen, Lehrerfahrung, Drittmittel und Vorträge.
  • Jede Angabe braucht eine überprüfbare Form: vollständige Zitation, Semester und Umfang der Lehrveranstaltung, Fördergeber und Fördersumme.
  • Wer aus der Wissenschaft in die Wirtschaft wechselt, braucht eine zweite, deutlich kürzere Fassung. Der akademische CV wird dort nicht gelesen.

Der akademische Lebenslauf, oft auch wissenschaftlicher Lebenslauf oder akademischer CV genannt, folgt anderen Regeln als der Lebenslauf für die freie Wirtschaft. Er ist länger, er verzichtet in der Regel auf das Foto, und er wird nicht nach Berufsstationen gelesen, sondern nach wissenschaftlicher Leistung: Publikationen, Lehre, Drittmittel, Vorträge. Wie Sie ihn aufbauen, welche Abschnitte erwartet werden und wie das fertige Dokument aussieht, zeigen wir hier Schritt für Schritt.

Was ist ein akademischer Lebenslauf?

Ein akademischer Lebenslauf ist die Darstellung Ihres wissenschaftlichen Werdegangs für Verfahren im Hochschul- und Forschungsbereich. Er kommt zum Einsatz bei der Bewerbung auf Stellen als wissenschaftliche Mitarbeiterin oder wissenschaftlicher Mitarbeiter, auf Postdoc-Stellen und Professuren, bei Promotionsbewerbungen, bei Stipendienanträgen und bei Anträgen auf Fördermittel.

Die Begriffe wissenschaftlicher Lebenslauf, akademischer CV und Curriculum Vitae meinen im deutschen Sprachraum dasselbe Dokument. Unterschiede gibt es eher zwischen den Fächern als zwischen den Bezeichnungen. In den Naturwissenschaften steht die Publikationsliste meist weit vorne, in den Geisteswissenschaften gewinnen Vorträge, Editionen und Lehrdeputat an Gewicht.

Der entscheidende Unterschied zum gewohnten Dokument liegt im Maßstab. Ein tabellarischer Lebenslauf für die Wirtschaft beantwortet die Frage, was Sie können. Wie dieser aufgebaut wird, von den persönlichen Daten bis zu den Kenntnissen, erklärt unser Leitfaden zum Lebenslauf schreiben. Der akademische Lebenslauf beantwortet dagegen die Frage, was Sie zur Forschung beigetragen haben, und zwar in einer Form, die eine Berufungs- oder Auswahlkommission nachprüfen kann. Deshalb steht hinter jeder Angabe eine Quelle, ein Datum oder eine Summe.

Akademischer oder klassischer Lebenslauf: Was Sie wann brauchen

Viele Suchende meinen zwei verschiedene Dinge, wenn sie nach dem akademischen Lebenslauf suchen. Die eine Gruppe bewirbt sich innerhalb der Wissenschaft. Die andere Gruppe hat einen akademischen Abschluss und bewirbt sich in der freien Wirtschaft. Die beiden Fälle brauchen unterschiedliche Dokumente.

Merkmal

Akademischer Lebenslauf (Wissenschaft)

Lebenslauf für die Wirtschaft

Länge

3 bis 10 Seiten, bei Berufungsverfahren auch mehr

1 bis 2 Seiten

Foto

In der Regel kein Foto

Üblich, aber freiwillig

Zentrale Abschnitte

Publikationen, Lehre, Drittmittel, Vorträge

Berufserfahrung, Kenntnisse, Weiterbildung

Gliederung

Nach Leistungsarten, innerhalb davon chronologisch

Durchgehend rückwärtschronologisch

Beilagen

Publikationsliste, Lehrportfolio, Forschungskonzept

Zeugnisse, Zertifikate

Leser

Berufungs- oder Auswahlkommission aus dem Fach

Personalabteilung und Fachvorgesetzte

Wenn Sie in die Wirtschaft wechseln, bauen Sie den akademischen CV nicht einfach zusammen, sondern neu. Welche Regeln dort gelten und welche Abschnitte erwartet werden, erklärt unser Leitfaden zum professionellen Lebenslauf. Weiter unten finden Sie dazu einen eigenen Abschnitt.

Aufbau: Diese Abschnitte gehören hinein

Der akademische Lebenslauf ist nach Leistungsarten gegliedert, nicht nach Lebensabschnitten. Innerhalb jedes Abschnitts ordnen Sie rückwärtschronologisch, die jüngste Angabe steht oben. Die folgende Übersicht zeigt die übliche Reihenfolge und was jeweils hineingehört.

Abschnitt

Inhalt

Pflicht

Persönliche Daten

Name mit akademischen Graden, Anschrift, dienstliche E-Mail, ORCID oder Profil in einer Forschungsdatenbank

ja

Akademische Ausbildung

Studium mit Abschluss und Note, Promotion mit Titel der Arbeit, Betreuung und Note, gegebenenfalls Habilitation

ja

Wissenschaftlicher Werdegang

Stellen mit Einrichtung, Lehrstuhl und Zeitraum, auch Vertretungen und Gastaufenthalte

ja

Forschungsschwerpunkte

Drei bis fünf Felder in ganzen Begriffen, keine Schlagwortwolke

ja

Publikationen

Gruppiert nach Art, vollständig zitiert, Begutachtung gekennzeichnet

ja

Vorträge und Konferenzen

Titel, Veranstaltung, Ort, Datum, Art des Beitrags

ja

Lehrerfahrung

Veranstaltung, Art, Semester, Umfang in Semesterwochenstunden, Einrichtung

ja

Drittmittel

Fördergeber, Projekttitel, Laufzeit, Summe, eigene Rolle

wenn vorhanden

Stipendien und Auszeichnungen

Vergebende Institution, Zeitraum, gegebenenfalls Dotierung

wenn vorhanden

Akademische Selbstverwaltung

Gremien, Kommissionen, Funktionen mit Zeitraum

optional

Gutachtertätigkeit

Zeitschriften oder Förderorganisationen, für die Sie begutachten

optional

Mitgliedschaften

Fachgesellschaften und Netzwerke

optional

Sprachen und Methoden

Sprachniveau nach GER, Software, Labor- oder Erhebungsmethoden

ja

📌 Quick-Tipp: Lassen Sie leere Abschnitte weg, statt sie mit Platzhaltern zu füllen. Eine Rubrik Drittmittel ohne Eintrag fällt einer Kommission sofort auf. Was Sie noch nicht haben, holen Sie besser im Anschreiben als Vorhaben ein.

Publikationen im Lebenslauf richtig angeben

Die Publikationsliste ist der Abschnitt, der am genauesten gelesen wird, und zugleich der, in dem die meisten Fehler stecken. Drei Regeln lösen fast alle davon.

Erstens gruppieren Sie nach Art der Veröffentlichung, nicht alles in einer langen Liste. Übliche Gruppen sind Monografien, Herausgeberschaften, Aufsätze in begutachteten Zeitschriften, Beiträge in Sammelbänden, Konferenzbeiträge mit Tagungsband und Rezensionen. Diese Reihenfolge entspricht der üblichen Gewichtung.

Zweitens zitieren Sie vollständig und in einem einzigen Stil. Welcher Stil das ist, gibt Ihr Fach vor. Wichtig ist nur, dass Sie ihn über das ganze Dokument durchhalten und nichts weglassen, was die Nachprüfung erleichtert: alle Autorennamen in der veröffentlichten Reihenfolge, Jahr, Titel, Zeitschrift mit Jahrgang und Seitenzahlen, bei neueren Arbeiten die DOI.

Drittens kennzeichnen Sie den Begutachtungsstatus. Ob ein Beitrag ein Peer-Review-Verfahren durchlaufen hat, ist für die Bewertung entscheidend. Setzen Sie einen entsprechenden Hinweis hinter die Angabe oder trennen Sie begutachtete und nicht begutachtete Beiträge in eigene Gruppen.

Situation

So gehen Sie vor

Eigenen Anteil sichtbar machen

Eigenen Namen in der Autorenliste hervorheben, geteilte Erstautorschaft ausdrücklich vermerken

Beitrag ist angenommen, aber noch nicht erschienen

Mit dem Zusatz "im Erscheinen" aufführen, Zeitschrift und Annahmedatum nennen

Beitrag ist eingereicht

Nur in einer eigenen Gruppe und klar als eingereicht gekennzeichnet, nie zwischen den erschienenen Arbeiten

Mehr als etwa 15 Titel

Im Lebenslauf die wichtigsten fünf bis zehn nennen, den Rest in eine separate Publikationsliste auslagern

Preprint auf einem Server

Als Preprint kennzeichnen und die Plattform nennen, nicht als Zeitschriftenaufsatz führen

Wenn Sie aus einem anwendungsnahen Fach kommen und statt Publikationen vor allem Projekte vorzuweisen haben, übernimmt die Projektliste dieselbe Funktion. Sie wird nach demselben Prinzip aufgebaut, nur dass an die Stelle der Zitation die Projektbeschreibung tritt.

Lehre, Vorträge und Drittmittel: die drei unterschätzten Abschnitte

Publikationen zählt jeder auf. Bei den übrigen drei Leistungsarten entscheidet sich, ob ein Lebenslauf sorgfältig wirkt.

Lehrerfahrung gehört nicht in einen Sammelsatz, sondern in eine Aufstellung. Jede Veranstaltung bekommt Titel, Art (Vorlesung, Seminar, Übung, Praktikum), Semester, Umfang in Semesterwochenstunden und die Einrichtung. Ergänzen Sie, wenn Sie eine Veranstaltung eigenständig konzipiert oder Abschlussarbeiten betreut haben. Bei Bewerbungen auf Professuren wird daraus ohnehin ein eigenes Lehrportfolio, der Lebenslauf liefert die Übersicht dazu.

Vorträge unterscheiden sich stark in ihrem Gewicht. Ein eingeladener Hauptvortrag auf einer internationalen Tagung ist etwas anderes als ein Poster im Rahmen eines Doktorandenkolloquiums. Machen Sie den Unterschied sichtbar, indem Sie die Art des Beitrags mit angeben und eingeladene Vorträge als solche kennzeichnen. Eine Trennung in internationale und nationale Beiträge ist in vielen Fächern üblich.

Drittmittel sind die Angabe, bei der Kommissionen am genauesten hinsehen, weil sie unmittelbar zeigt, ob Sie Förderverfahren erfolgreich durchlaufen haben. Nennen Sie den Fördergeber, den Projekttitel, die Laufzeit, die Summe und vor allem Ihre eigene Rolle. Ob Sie einen Antrag federführend geschrieben haben oder Teil eines Verbundes waren, ist ein erheblicher Unterschied. Verschweigen Sie ihn nicht, sondern benennen Sie ihn präzise.

Eine eingeworbene Summe ohne Rollenangabe liest sich im besten Fall unklar und im schlechtesten Fall als Anmaßung. "Antragstellerin", "Mitantragsteller" oder "Mitarbeit im Teilprojekt" kosten vier Wörter und klären alles.

Formales: Länge, Foto und Reihenfolge

Für die Form gibt es weniger feste Regeln als Erwartungen, die sich zwischen Fächern unterscheiden. Diese Punkte gelten jedoch fast überall.

  • Länge: Es gibt keine Zwei-Seiten-Grenze. Drei bis fünf Seiten sind nach der Promotion normal, bei Bewerbungen auf eine Professur werden es mit Publikations- und Lehrverzeichnis deutlich mehr. Kürzen Sie trotzdem alles, was keine wissenschaftliche Leistung ist.
  • Foto: Im akademischen Lebenslauf ist ein Bewerbungsfoto unüblich und wird in vielen Verfahren ausdrücklich nicht gewünscht. Lassen Sie es weg, wenn die Ausschreibung nichts anderes sagt.
  • Reihenfolge: Rückwärtschronologisch innerhalb jedes Abschnitts. Die Reihenfolge der Abschnitte selbst richtet sich nach Ihrem Profil. Wer vor allem über Publikationen überzeugt, stellt sie vor die Lehre, wer sich auf eine lehrorientierte Stelle bewirbt, dreht das um.
  • Umgang mit Lücken: Elternzeit, Pflegezeiten oder Krankheit werden in der Wissenschaft offener gehandhabt als in der Wirtschaft, weil sie bei der Bewertung der Produktivität berücksichtigt werden müssen. Benennen Sie solche Zeiten sachlich mit Zeitraum.
  • Dateiformat: PDF aus einem Textdokument, nicht eingescannt. Benennen Sie die Datei nach dem Muster Nachname_CV, damit sie in einer Sammlung auffindbar bleibt.
  • Sprache: Richten Sie sich nach der Ausschreibung. Bei internationalen Verfahren ist Englisch Standard, dann heißt das Dokument Curriculum Vitae und folgt denselben Abschnitten.

Wenn Sie den Überblick über die verschiedenen Formen verloren haben, hilft unsere Übersicht der Lebenslauf-Arten bei der Einordnung.

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Beispiel: Akademischer Lebenslauf

Das folgende Beispiel zeigt eine Postdoktorandin, die sich auf eine Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin mit Habilitationsmöglichkeit bewirbt. Namen, Einrichtungen und Titel sind erfunden und dienen nur als Gerüst. Achten Sie darauf, wie jede Zeile eine überprüfbare Angabe enthält.

Persönliche Daten

  • Dr. Anna Beispiel
  • Musterstraße 12, 90402 Nürnberg
  • a.beispiel@uni-musterstadt.de
  • ORCID: 0000-0000-0000-0000

Akademische Ausbildung

  • 2019 bis 2023 · Promotion in Soziologie, Universität Musterstadt. Titel der Arbeit: "Vertrauensbildung in digitalen Arbeitsorganisationen". Betreuung: Prof. Dr. M. Mustermann. Abschluss: summa cum laude
  • 2016 bis 2018 · M. A. Soziologie, Universität Beispielstadt. Note 1,2
  • 2013 bis 2016 · B. A. Sozialwissenschaften, Universität Beispielstadt. Note 1,5

Wissenschaftlicher Werdegang

  • Seit 10/2023 · Postdoktorandin am Lehrstuhl für Arbeits- und Organisationssoziologie, Universität Musterstadt
  • 04/2023 bis 09/2023 · Gastwissenschaftlerin, Institut für Sozialforschung, Universität Wien
  • 2019 bis 2023 · Wissenschaftliche Mitarbeiterin im DFG-Projekt "Digitale Kooperation", Universität Musterstadt

Forschungsschwerpunkte

  • Organisationssoziologie digitaler Arbeit
  • Vertrauen und Kontrolle in verteilten Teams
  • Qualitative Längsschnittforschung

Publikationen

Aufsätze in begutachteten Zeitschriften

  • Beispiel, A. und Mustermann, M. (2025): Trust repair in distributed teams. Journal of Organizational Sociology 41 (2), S. 115 bis 138. DOI: 10.0000/jos.2025.41
  • Beispiel, A. (2024): Kontrolle ohne Anwesenheit. Zeitschrift für Arbeitsforschung 18 (3), S. 44 bis 67. DOI: 10.0000/zfa.2024.18

Monografie

  • Beispiel, A. (2024): Vertrauensbildung in digitalen Arbeitsorganisationen. Musterstadt: Beispiel Verlag (Dissertation)

Beiträge in Sammelbänden

  • Beispiel, A. (2023): Nähe auf Distanz. In: Mustermann, M. (Hrsg.): Arbeit nach der Präsenz. Beispielstadt: Verlag Muster, S. 201 bis 224

Vorträge und Konferenzen

  • 09/2025 · "Trust repair after conflict", eingeladener Vortrag, European Conference on Organization Studies, Lissabon
  • 03/2025 · "Kontrolle ohne Anwesenheit", Sektionsvortrag, Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, Beispielstadt
  • 06/2024 · "Longitudinal designs in remote work research", Poster, Workshop Qualitative Methoden, Wien

Lehrerfahrung

  • WiSe 2025/26 · Seminar "Organisation und Digitalisierung", 2 SWS, Universität Musterstadt. Eigenständig konzipiert
  • SoSe 2025 · Übung "Qualitative Methoden II", 2 SWS, Universität Musterstadt
  • WiSe 2024/25 · Seminar "Einführung in die Arbeitssoziologie", 2 SWS, Universität Musterstadt
  • Betreuung von 11 Bachelor- und 4 Masterarbeiten

Drittmittel

  • 2025 bis 2028 · DFG-Sachbeihilfe "Vertrauen in hybriden Organisationen", 312.000 Euro, Rolle: Antragstellerin
  • 2024 · Reisestipendium der Universität Musterstadt, 2.400 Euro

Akademische Selbstverwaltung und Gutachtertätigkeit

  • Seit 2024 · Mitglied der Promotionskommission der Fakultät für Sozialwissenschaften
  • Seit 2024 · Gutachterin für das Journal of Organizational Sociology

Sprachen und Methoden

  • Deutsch: Muttersprache. Englisch: verhandlungssicher (C1). Französisch: Grundkenntnisse (A2)
  • MAXQDA, R, qualitative Längsschnittdesigns, Experteninterviews

Auffällig an diesem Beispiel ist, dass keine einzige Zeile eine Eigenschaft behauptet. Es steht nirgends "teamfähig" oder "hoch motiviert". Jede Angabe ist eine Tatsache mit Datum, Ort oder Summe. Genau daran erkennt eine Kommission einen Lebenslauf, der ihr die Arbeit abnimmt.

Aus der Wissenschaft in die Wirtschaft: den CV umbauen

Wenn Sie sich mit einem akademischen Werdegang außerhalb der Hochschule bewerben, ist der vollständige CV das falsche Dokument. In der Wirtschaft wird ein Lebenslauf in wenigen Minuten gesichtet, oft zuerst maschinell. Eine siebenseitige Publikationsliste wird dort nicht gewürdigt, sondern übersprungen.

Bauen Sie deshalb eine zweite Fassung auf maximal zwei Seiten. Die Kunst liegt nicht im Kürzen, sondern im Übersetzen: Aus Forschungsleistung wird Berufserfahrung.

Im akademischen CV

In der Wirtschaftsfassung

Promotion mit Titel der Arbeit und Betreuung

Promotion als Qualifikation, Thema in einer Zeile, Methodenkompetenz betont

Vollständige Publikationsliste

Eine Zeile: Anzahl der Veröffentlichungen, gegebenenfalls Hinweis auf die Liste

Drittmittelprojekte mit Fördergeber

Projektverantwortung mit Budget, Laufzeit und Teamgröße

Lehrveranstaltungen mit SWS

Schulungs- und Vermittlungserfahrung vor Gruppen, mit Teilnehmerzahl

Akademische Selbstverwaltung

Gremienarbeit als Erfahrung in Abstimmung und Entscheidungsfindung

Forschungsschwerpunkte

Fachliche Schwerpunkte, ausgerichtet an der Zielstelle

Setzen Sie der Wirtschaftsfassung außerdem ein Kurzprofil voran. Es übernimmt die Einordnung, die in der Wissenschaft die Rubriken leisten, und beantwortet in drei bis fünf Zeilen die Frage, was Ihr akademischer Hintergrund für diese Stelle bedeutet. Bei Bewerbungen auf Fach- und Führungsebene lohnt zusätzlich ein Blick darauf, wie ein Lebenslauf als Führungskraft aufgebaut wird.

Häufige Fehler im akademischen Lebenslauf

  • Uneinheitliche Zitation. Wechselnde Stile innerhalb der Publikationsliste wirken in einem Fach, das von Sorgfalt lebt, besonders ungünstig.
  • Eingereichtes als erschienen führen. Das fällt bei jeder Prüfung auf und beschädigt die Glaubwürdigkeit des gesamten Dokuments.
  • Drittmittel ohne Rollenangabe. Eine Summe allein lässt offen, ob Sie den Antrag geschrieben oder im Projekt mitgearbeitet haben.
  • Lehre in einem Satz. "Mehrjährige Lehrerfahrung" ist keine Angabe. Erst Veranstaltung, Semester und Umfang machen sie überprüfbar.
  • Eigenschaften statt Leistungen. Formulierungen aus dem Bewerbungsratgeber für die Wirtschaft wirken im akademischen CV deplatziert.
  • Dieselbe Fassung für alle Verfahren. Ein Stipendienantrag, eine Postdoc-Stelle und eine Professur gewichten unterschiedlich. Die Reihenfolge der Abschnitte darf sich ändern.

Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Dokument insgesamt trägt, hilft ein strukturierter Durchgang von außen. Worauf es dabei ankommt, fasst unser Ratgeber zum Lebenslauf optimieren zusammen.

Fazit

Der akademische Lebenslauf ist kein längerer Lebenslauf, sondern ein anderes Dokument. Er ist nach Leistungsarten gegliedert, er verzichtet auf Foto und Eigenschaftswörter, und er macht jede Angabe überprüfbar. Wer Publikationen sauber gruppiert, Lehre mit Semester und Umfang aufführt und bei Drittmitteln die eigene Rolle benennt, hat den größten Teil bereits richtig gemacht. Für den Wechsel in die Wirtschaft brauchen Sie daneben eine zweite, deutlich kürzere Fassung, die Forschungsleistung in Berufserfahrung übersetzt.

Häufig gestellte Fragen

Es gibt keine feste Obergrenze. Nach der Promotion sind drei bis fünf Seiten üblich, bei Bewerbungen auf eine Professur werden es mit Publikations- und Lehrverzeichnis deutlich mehr. Entscheidend ist, dass jede Seite wissenschaftliche Leistung dokumentiert und nichts enthält, was in einen Lebenslauf für die Wirtschaft gehört.

In der Regel nicht. In wissenschaftlichen Verfahren ist ein Bewerbungsfoto unüblich und in manchen Ausschreibungen ausdrücklich unerwünscht. Lassen Sie es weg, sofern die Ausschreibung nichts anderes verlangt.

Gruppiert nach Art der Veröffentlichung, innerhalb der Gruppen rückwärtschronologisch und vollständig zitiert, also mit allen Autorennamen in der veröffentlichten Reihenfolge, Jahr, Titel, Zeitschrift mit Jahrgang und Seitenzahlen sowie DOI. Kennzeichnen Sie, ob ein Beitrag begutachtet wurde. Ab etwa 15 Titeln lagern Sie die vollständige Aufstellung in eine separate Publikationsliste aus.

Keiner. Akademischer Lebenslauf, wissenschaftlicher Lebenslauf und akademischer CV bezeichnen dasselbe Dokument. Unterschiede gibt es zwischen den Fächern, nicht zwischen den Begriffen.

Nein. Außerhalb von Hochschule und Forschung wird ein Lebenslauf auf ein bis zwei Seiten erwartet. Bauen Sie dafür eine zweite Fassung, in der Forschungsleistung als Berufserfahrung formuliert ist: Drittmittelprojekte als Projektverantwortung mit Budget und Teamgröße, Lehre als Vermittlungserfahrung, die Publikationsliste nur als Hinweis in einer Zeile.

Mit Beginn des Promotionsvorhabens, Arbeitstitel, Betreuung und Einrichtung, dazu der Vermerk, dass die Arbeit in Bearbeitung ist, und möglichst der angestrebte Abschlusszeitpunkt. Eine laufende Promotion gehört in die akademische Ausbildung und nicht unter die Berufserfahrung, auch wenn sie im Rahmen einer Stelle entsteht.

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