Viele Bewerbungen von Ärztinnen und Ärzten ähneln sich auf den ersten Blick: gute Studienleistungen, Pflichtpraktika, vielleicht schon erste Erfahrungen im PJ oder in einer Facharztausbildung. Ein stark formuliertes Motivationsschreiben im medizinischen Bereich, ist deshalb oft das Zünglein an der Waage und bildet gemeinsam mit dem Arzt Lebenslauf und der Bewerbung die ganzeheitliche Bewerbungsmappe.
Es zeigt nicht nur Ihre fachliche Tätigkeit und Eignung, sondern auch Ihre Persönlichkeit. Ein Chefarzt oder Praxisinhaber möchte wissen:
- Was treibt Sie an?
- Welche Werte bringen Sie mit?
- Wie gehen Sie mit Stresssituationen um, wie mit Patienten, wie im Team?
Gerade in der modernen Humanmedizin, die zunehmend interdisziplinär arbeitet, ist es wichtig, nicht nur Fachwissen, sondern auch Soft Skills wie Empathie, Kommunikationsfähigkeit und Belastbarkeit hervorzuheben. Diese Eigenschaften können Sie in einem Motivationsschreiben als Facharzt oder Assistenzarzt besonders gut mit konkreten Beispielen aus einem Praktikum oder PJ erwähnen.
Welches Gewicht hat das Motivationsschreiben tatsächlich? Eine Eyetracking-Studie von StepStone Österreich aus dem Jahr 2018 hat untersucht, wie Personalverantwortliche die einzelnen Bewerbungsunterlagen gewichten: Auf den Lebenslauf entfallen 68 Prozent des Gesamteindrucks, auf das Motivationsschreiben 22 Prozent, auf die Zeugnisse 10 Prozent. Das Schreiben ist damit das zweitwichtigste Dokument Ihrer Mappe.
Individualität ist dabei Pflicht: In der Studie „JobTrends 2017“ von Staufenbiel und Kienbaum gaben 42 Prozent der Unternehmen an, Bewerber auszusortieren, deren Anschreiben erkennbar nicht individuell formuliert ist. Für das persönlichere Motivationsschreiben gilt dieser Maßstab erst recht.
Für Sie bedeutet das: Gerade weil sich ärztliche Werdegänge mit Studium, PJ und Facharztweiterbildung stark ähneln, ist das Motivationsschreiben der Ort, an dem Sie den Unterschied machen. Ein austauschbarer Text verschenkt dieses Potenzial.